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Liedon Vanhalinna - Die "Alte Burg von Lieto"

An der Seite einer der bedeutendsten, prähistorischen Burgberge Finnlands liegt das Museums-, Kultur- und Seminarzentrum Vanhalinna, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart in einzigartiger Weise begegnen. Das gesamte Gebiet des Gutshofs Vanhalinna umfasst ein über 80 Hektar großes Landgebiet mit 13 Gebäuden und liegt an zwei der wichtigsten historischen Verkehrswege Finnlands, dem Fluss Aura und dem Alten Ochsenweg von Häme ("Hämeen Härkätie").

Die erste eindeutige Besiedlungsperiode Vanhalinnas lag in der Bronzezeit (1000 - 500 v. Chr.). Es folgten weitere Besiedlungsphasen, bis im 13. Jahrhundert nach Christus vor allem der Erbau der Burg in Turku dazu beitrug, daß die ca. 8 km entfernte, prähistorische Verteidigungsburg in Vanhalinna an Bedeutung verlor.

Während der Schwedenzeit wurde sie ein Bischofssitz und danach belehntes Landgut der Adeligen. Während des 18. und 19. Jahrhunderts befand sich Vanhalinna im Besitz der Angehörigen von Kristian Ludvig Hjelt, dem damaligen Gründer der Tuchfabrik in Littoinen. Von dieser Zeit an stieg in den Köpfen der Besitzer die Achtung gegenüber der Landwirtschaft und Bauernkultur, was auch die nachfolgenden Besitzer, die Familie Wanhalinna, über Generationen erfolgreich aufrechterhielt.

1930, gerade als das zentrale, massive und neuklassizistische Hauptgebäude des Gutshofes fertig gestellt war, übernahm Mauno Wanhalinna das Gebiet zur eigenen Verwaltung. Mit der inzwischen verheirateten Ester, geborene Oksanen, begann er 1944 gemeinsam mit der Umgestaltung des Wohnhauses in ein Museum, dessen Ergebnisse noch heute in Vanhalinnas vielseitigen Ausstellungen zum Ausdruck kommen.

Durch eine Schenkung des Anwesens an die damals noch private Universität Turku bewahrte Familie Wanhalinna im Jahre 1956 ihr Lebenswerk.

1974 verstaatlichte man die Universität Turku, wobei Liedon Vanhalinna aufgrund der Geschichte ihrer Schenkung im Besitz der "Universitätsstiftung Turku" blieb. Bedeutende Kulturarbeit leistete diese Stiftung ab Mitte der 1990er Jahre, indem sie gründliche Renovierungsmaßnahmen am gesamten Gebäudekomplex auf dem Landgut durchführte. An dem Projekt der umfangreichen Grundrenovierung beteiligten sich auch Finnlands Bildungsministerium, die Gemeinde Lieto sowie viele andere Stellen.

1998 gründete die "Universitätsstiftung Turku" die eigenständige "Liedon Vanhalinna-Stiftung", was zur Vergrößerung des Funktionsbereichs des Anwesens führte und der Entwicklung Vanhalinnas diente. Durch die so erzielten Mehreinnahmen kann das kulturhistorische Bestreben Vanhalinnas aufrechterhalten und das Erbe auch für die nächsten Generationen gesichert bleiben.

Im Sinne der Schenkungsurkunde vermittelt und pflegt Vanhalinna nach wie vor unsere nationale Geschichte und im Rahmen dieser die Bedeutung der Volkskultur.

In Vanhalinna erleben Sie den Gutshof und somit das Heim von Ester und Mauno Wanhalinna als Museum. Im Untergeschoss des Hauptgebäudes befindet sich eine archäologische Ausstellung (arkeologinen näyttely). Sie zeigt Fundstücke der Ausgrabungen am Burgberg sowie auch Objekte der Steinzeit aus anderen Regionen im Süd-Westen Finnlands. Im Lagerhaus des Hofes erleben Sie die volkskundliche Ausstellung "Das Land des Ostens und Westens" (Idän ja Iännen maa) in der der östliche und westliche Kulturkreis Finnlands und ein agrarwirtschaftliches Arbeitsjahr - verbunden mit westlichen und östlichen landwirtschaftlichen Hilfswerkzeugen - vorgestellt werden.
"Der Faden des Lebens" (elämänlanka) heißt die Ausstellung im ehemaligen Ochsenstall des Anwesens. Durch die Darstellung der verschiedenen Phasen des alltäglichen wie feierlichen Lebens erzählt sie vom Lebenslauf eines Menschen Ende des 19. Jahrhunderts im Süd-Westen Finnlands.

Ferner gibt es auf dem Anwesen alljährlich wechselnde Ausstellungen und kulturelle Happenings und Vanhalinna richtet Veranstaltungen und Feierlichkeiten jeder Art aus, wofür das weitläufige Gebiet unterschiedlichste, beeindruckende Räumlichkeiten und Ausstattungen bietet.